Wie putze ich ein Gruppenhaus?

Unsere Gruppenhaus-Putzprofis Jonas, Julia und Kati

Klar. Mit Besen, Lappen, Wischer, Staubsauger. Aber: Was sollte ich in jedem Fall machen? Was bedeutet „besenrein“? Was ist eine „gründliche Endreinigung“? Und warum soll ich überhaupt putzen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Endreinigung eines Gruppenhauses.

Grundsätzlich gilt beim Putzen von Gruppenhäusern die alte Weisheit von öffentlichen WCs: Bitte hinterlassen Sie diesen Ort so, wie Sie ihn vorfinden wollen. Wer diesen Ratschlag zu 100% verfolgt, macht vermutlich nichts falsch. Aber es gibt noch vieles mehr zu beachten.

Warum muss man überhaupt selbst putzen?

Die erste Frage ist natürlich, warum man überhaupt selbst putzen muss. Die zwei wichtigsten Argumente sind Ökonomie und Höflichkeit.

Zur Ökonomie: Der Einsatz von professionellen Putzleuten kostet eine Menge Geld – gerade in Hochlohnländern geht es da um relevante Beträge (übrigens: fast kein Land bezahlt seine Putzkräfte so erbarmenswürdig wie wir Deutschen). Je gründlicher eine Gruppe die Endreinigung betreibt, desto geringer fallen diese Personalkosten für die Putzprofis aus und über die Jahre können Gruppenhauspreise so niedrig gehalten werden. Manche Häuser setzen sogar zu 100 % auf das Putzen durch Gruppen, um die Preise niedrig zu halten – gerade dann ist eine perfekte Endreinigung natürlich nötig (mehr unter „gründliche Endreinigung).

Zur Höflichkeit: Ihr kommt zu unseren Partnern als Gäste und unsere Gastgeber begegnen euch mit einer großen Freundlichkeit. Sie geben dabei oft mehr, als man als Selbstverständlich annehmen kann und helfen bei kleinen und großen Problemen. Wenn es dann zur Endreinigung kommt, ist es ein feiner Akt, diese Gastfreundschaft durch ein gutes Verhalten als Gast zu erwidern. Und so wie man bei Freunden nach einer Übernachtung das Bett abzieht (bevor man die Sonntagsbrötchen holt, den Frühstückstisch deckt und ein Gastgeschenk überreicht) und damit seine Dankbarkeit ebenso signalisiert wie das Wissen um den Aufwand, den ein Gastgeber betreibt, so kann man durch eine sehr gute Endreinigung seinem Gastgeber eine freundliche Höflichkeit zur Verabschiedung präsentieren.

Was bedeutet „besenrein“?

In unseren Unterlagen findet ihr zwei Formulierungen: „Die Gruppe hinterlässt das Haus besenrein“ oder „gründliche Endreinigung durch die Gruppe“. Was muss man jetzt bei welcher Form tun?

Bei „besenrein“ hinterlasst ihr das Haus komplett gefegt oder gesaugt, kein Müll unter den Betten, alle Flächen einmal abgefeudelt, alle Mülleimer geleert und macht so quasi eine „trockene Vorreinigung“. In Bädern und der Küche habt ihr trotzdem gründlich und feucht gereinigt – mindestens grob, gerne aber auch gründlich (ihr wisst schon: Höflichkeit).

Was bedeutet „gründliche Endreinigung“?

Bei „gründlicher Endreinigung“ müsst ihr davon ausgehen, dass nach eurem Putzen kein Profi mehr Hand anlegt. Das heißt: Ihr müsst wirklich perfekt arbeiten, damit die nächste Gruppe glücklich wird (warum nochmal die Anstrengung? Ach ja. Wegen der Kostenersparnis!). In allen Räumen werden Flächen abgewischt, Mülleimer geleert, Böden gesaugt und gewischt, Bettdecken und Kissen wieder „hübsch gemacht“. Im Bad und in der Küche ist eine sehr hygienische Grundreinigung nötig. Da muss jedes Objekt wirklich geschrubbt werden, möglichst heiß. In der Küche muss auch mit fettlösenden Reinigern gearbeitet werden, die Siebe der Spülmaschine geleert, die Kühlschränke ausgewischt und am Ende die Böden natürlich ordentlich gewischt werden. Achtet bitte auch darauf, dass in der Küche alle Gegenstände wieder an Ort und Stelle sind.

Wie organisiere ich die Endreinigung eines Gruppenhauses?

Ein Gruppenhaus für 50 Personen kann man betrachten wie 10 Einfamilienhäuser. Man hat also ungefähr zehnmal soviel zu tun, wie beim Frühjahrsputz. Wenn alle in der Gruppe mithelfen ist das Problem zu bewältigen – wenn nur drei oder vier die Arbeiten erledigen, müsstet ihr vermutlich am ersten Tag der Reise schon mit der Endreinigung beginnen. Um dem Vorzubeugen, haben wir eine Handvoll Tipps für euch.

  1. Reinigt schon während der Freizeit täglich in kleinen Gruppen die wichtigsten Hausteile (Bäder, Küche, Zimmer, Gruppenräume).
  2. Endreinigungstag ist nicht der Abreisetag (sonst müsst ihr um vier Uhr morgens aufstehen), sondern der Tag davor! Dann muss man am Abreisetag nur noch einmal alle kurz nachreinigen und nicht den ganzen Kampf mit dem Schmutz ausfechten.
  3. Bildet Teams – und zwar Talentorientiert. Nicht jeder und jede kann gut wischen, im Außengelände übersehen manche gerne Schnipsel, nach denen man sich bücken müsste und wieder andere haben noch nie ein WC gereinigt. Pädagogisches Putzen könnt ihr gerne während der Freizeit machen – am Endreinigungstag kostet das zu viel Energie.
  4. Küche und Bäder machen nur Teammitglieder – keine TeilnehmerInnen. Einfache Regel – vermeidet viel doppeltes Putzen.
  5. Führt Listen – zum Einen sieht man an den Häkchen, was man schon alles geschafft hat, zum Anderen könnt ihr auch Unteraufgaben organisieren.
  6. Ein Aufräumwettbewerb hat schon in vielen Gruppen zu erstaunlichen Ergebnissen geführt! Ihr wisst nicht, wie das gehen soll? Fragt uns – wir haben Erfahrung!

Zu guter Letzt: Das Übergabe-Protokoll ausfüllen!

Sowohl bei Ankunft als auch bei Abreise: Nehmt euch Zeit für die Übergabe. Bei Ankunft bemängelt ruhig alles, was euch auffällt. Oft kann noch Abhilfe geschaffen werden. Außerdem könnt ihr dann im Gespräch genau feststellen, in welchem Zustand das Haus bei Abreise wieder erwartet wird. Und bei Abreise ist es natürlich ebensowichtig. Hier könnt ihr euch vergewissern, dass euer Endreinigungsstandard wirklich hinreichend war. Zur Not putzt man hier und da noch etwas nach – aber denkt daran: Der Bus wartet. Eigentlich solltet ihr dann fertig sein.

Übrigens: Gibt es im Nachhinein Ärger wegen des Reinigungszustandes bei An- oder Abreise und ihr habt kein Übergabeprotokoll geführt, können wir euch leider nicht helfen. Wir waren nicht vor Ort – und können nur helfen, wenn alle Seiten gut und einvernehmlich dokumentiert haben.

 

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Jonas Henser, Jahrgang 1984, ist seit 2012 dabei und der Junior im Familienunternehmen – dabei ist er irgendwie doch ein alter Hase. Nicht nur, weil er schon als Windelkind von seinen Eltern auf jede Freizeit mitgeschleift wurde, sondern auch, weil er seit Jahren Gruppenreisen hauptverantwortlich anleitet. Nach dem Studium der Theater-, Film- und Fernseh­wissen­schaft und einem Ausflug über den WDR-Hörfunk ist der passionierte Bariton und Ensemblesänger in das Familienunternehmen einge­stiegen. Das berufsbegleitende Studium im Fach „Management, Ethik und Organisation“ an der CVJM-Hochschule in Kassel macht Jonas zu einer starken Kombination aus Kreativem und Organisator. Eben ein „Organisationas.“

Dezember 2019, Kategorien: Allgemein

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