Freizeitküchen-Logistik: Was bring ich mit, was kauf ich ein?

Was nimmt man mit, was kauft man ein vor Ort? Diese Gretchenfrage stellt sich jedem Küchenteam jedes Jahr.

Gerne wird so viel wie möglich mitgenommen. Schließlich sind die Lebensmittelpreise überall in Europa höher als in Deutschland. Und was ihr vorher eingekauft habt, müsst ihr vor Ort nicht mehr herankarren. Das spart Zeit und Manpower vor Ort, wenn mit beidem gehaushaltet werden muss. Es gibt Küchenteams, die den gesamten Gruppenbedarf zu Hause einkaufen und mitnehmen.

Aber was ist erlaubt?

Innerhalb der EU und Norwegens grundsätzlich alles, was für den Eigenbedarf notwendig ist. Also eigentlich alles… Es gibt eine Obergrenze im Warenwert (z.B. Norwegen NOK 6.000,00 je Person) oder in der Menge (z.B. Norwegen 10 kg Fleischwaren und Milchprodukte je Person) oder in der Höhe der Barmittel (z.B. Norwegen NOK 25.000 je Person). Alles Grenzwerte, die von einer Freizeitgruppe nur mit großer Mühe erreicht werden.

Wer unsicher ist, schaut sich die Zollbestimmungen der jeweiligen Länger an (z.B. Norwegen https://www.toll.no/en/l/languages/de/norwegische-zollbestimmungen/ )

Trotz hinreichender Aufklärung hält sich die hartnäckig die Angst vor Kontrollen – Ruhig Blut: bisher ist noch keine unserer Gruppe bei der Einreise kontrolliert worden. Die Aufgabe des Zolls besteht ja nicht darin, die Einfuhr von Nudelpaketen und Konservendosen im Auge zu behalten. Da Alkohol und Zigaretten (von Drogen und Waffen ganz zu schweigen) in der Regel von Euch nicht mitgeführt werden, werden unsere Gruppen auch nicht als potentiell gefährdend eingestuft.

Und was ist sinnvoll?

Hochwertige und eher teure Lebensmittel wie Fleisch und Wurstwaren lohnen sich, wenn die Kühlkette eingehalten werden kann. Tipp: beim Fleischer vor Ort vorbestellen, Aufschnitt schon schneiden, alles vakuumieren und auf 0° vorkühlen lassen. Kurz vor der Abfahrt abholen und in Thermoboxen mit Trockeneis transportieren. Vor Ort alles sofort kühlen oder tiefkühlen.

Frisches Gemüse und Obst können vor Ort gekauft werden. Geschickte Küchenteams planen mit saisonalem Gemüse des Gastlandes.

Übrigens: Wir haben schon von Gruppen gehört, die alle Gefrierwaren in eine Gefriertruhe packen, diese drei Tage frieren lassen, kurz vor Abfahrt den Stecker ziehen, die Kühltruhe auf den Hänger laden und am Gruppenhaus angekommen wird die Kühltruhe wieder eingesteckt – das erspart auch die leichte Unsicherheit, ob vor Ort wirklich alles in die Kühltruhe passt.

 

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Suse Henser, Jahrgang 62, kennt jedes Haus aus dem Effeff, hat sie selbst besucht und selbst beschrieben. Als langjährige Begleiterin und Köchin bei Gruppenreisen wie auch als Mutter dreier Kinder weiß sie ganz genau, dass jedes Detail wichtig ist. Sie ist unsere Fachfrau für die Handicap­gruppen. Weil sie fließend Niederländisch spricht, ist sie auch die Expertin für Holland. Und sie kennt sich mit unseren Spezial-Zielen wie Irland, Finnland und Griechenland bestens aus.

Januar 2019, Kategorien: An- und Abreise, Finanzierung, Küche

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